„Eine Art Verdichtung der Klinik“

Das selbstfahrende Krankenhaus, das zu den Patienten kommt, ist heute noch nicht viel mehr als eine Vision. Aber die könnte in nicht allzu ferner Zukunft durchaus umgesetzt werden, sagt Professor Dr. Bjoern Eskofier, Leiter des Lehrstuhls für Maschinelles Lernen und Datenanalytik der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Dazu erforderliche Elemente wie automatisierte Datenauswertung oder Robotiksysteme, die bei OPs eingesetzt werden, sind bereits in stationären Kliniken im Einsatz.
Wenn die Klinik zum Menschen kommt

In früheren Zeiten besuchte der Chirurg seinen Patienten noch zu Hause. Mit der Vision von der selbstfahrenden Klinik könnte das auch in Zukunft wieder so sein. Denn es ist Zeit, den teuren und kriselnden Kliniken neue und bessere digitale Konzepte entgegenzusetzen, finden Visionäre.
Das Stolper-Prinzip

Die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU) wurde schon mehrfach verschoben. Nach dem Start der eAU für Ärzte am 1. Juli 2022 funktioniert nicht alles reibungslos und auch die nun anstehende zweite Stufe der eAU – die Übermittlung an die Arbeitgeber – ist noch längst nicht in trockenen Tüchern. Eine Bestandsaufnahme.
„Gesichert ist gar nichts.“

Über den Stand der Entwicklung bei der elektronischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU) und das fehlende Vertrauen der Ärzte in die TI – unser Interview mit Monika Schindler, Leiterin für Digitalisierung im Strategischen Geschäftsbereich bei der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns.
„Es besteht grundsätzlich ein gewisser Nachholbedarf“

Die im Herbst 2020 als „Weltneuheit“ in den Markt eingeführten digitalen Gesundheitsanwendungen (DiGA) auf Rezept kranken noch an einer geringen Marktdurchdringung. Dr. Gregor-Konstantin Elbel, Partner, Life Science und Healthcare bei Deloitte, beleuchtet die Chancen und Herausforderungen für eine größere Akzeptanz.
„Es geht Vertrauen verloren“

Dr. Wolfgang Hauser, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Zentrum für Interdisziplinäre Risiko- und Innovationsforschung der Universität Stuttgart (ZIRIUS) und federführender Co-Autor des TechnikRadar 2022 über die Veränderung des Arzt-Patientenverhältnisses infolge der Digitalisierung und trügerische Patientenkompetenz.
Halbgötter-Dämmerung

Die Digitalisierung führt auch zu einer rasanten Veränderung im Arzt-Patienten-Verhältnis. Vom Status der allwissenden „Halbgötter in Weiß“ sollen sich die Ärzte laut Studien und Experten zu digitalen Gesundheitslotsen und Informationsbrokern für ihre Patienten entwickeln. Aber wer die Ärzte auf diesem Weg anleitet und weiterbildet, vermag nicht mal die Bundesärztekammer zu sagen.
Vormarsch der „Spaltpilze“

Wird Deutschlands rückständiges Gesundheitswesen von privaten Finanzinvestoren überrollt? Noch ist es nicht ganz so weit. Aber aktuelle Übernahmen im lukrativen fachärztlichen Bereich und bei Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) pushen die Konsolidierung des Marktes und haben nun die kassenärztlichen Vereinigungen aufgeschreckt. Zumal deren jüngste Studie zu dem Thema auch nichts Gutes verheißt.
„Unser gesamtes Gesundheitswesen wird zum Spekulationsobjekt!“

Professor Dr. mult. Eckhard Nagel, Geschäftsführender Direktor des Instituts für
Medizinmanagement und Gesundheitswissenschaften an der Universität Bayreuth, über die Auswirkungen des Einstiegs von privaten Finanzinvestoren in den Bereich der Kliniken und niedergelassenen Ärzte.
Vom Online-Shopper zum Online-Patienten

Globale Technologiekonzerne dringen immer stärker in den Gesundheitsbereich ein. In den Blickpunkt rückt der „amazonisierte Patient“. Der wendet sich aufgrund der Digitalisierungsdefizite unseres Gesundheitssystems vermehrt den Web-Angeboten großer US-Konzerne zu. Diese Tech-Giganten lockt ein gewaltiges Renditepotenzial. Experten warnen: Die „Vogel-Strauß-Politik“ vieler Ärzte führe zu einem Niedergang der Anbieter wie zuvor im Einzelhandel.